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Thu.
17.
Oct.
2019

Konzert

CDRI (Central House of Artists)
, 0 Moskau
October, 17.10.2019, 20:00 Uhr

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Rückschau 1999–2002


Die Werke der vergangenen 3 Jahre führen das oben Dargelegte weiter. Im Rückblick erscheint mir, dass das Wechselspiel zwischen pulsierender und nicht-pulsierender Musik ein auffallendes Charakteristikum meiner neuesten Arbeiten ist.

Das pulsierende Element kann eine einfache Tonwiederholungen sein: Schatten Rosen Schatten (2001) beginnt mit einer zwölfmaligen Tonrepetition des c2.

Überlagerte Tonrepetitionen, die in verschiedenen Geschwindigkeiten ablaufen, evozieren im hohen Register des Klaviers den Klang eines Glockenspiels. Solche Passagen finden sich in Indian Summer (1999) und Inseln (2000).

Dazu im Kontrast stehen die nicht-pulsierenden Momente: komplexe rhythmische Gebilde, senza misura - Abschnitte oder lange Momente des Innehaltens. In Inseln sind die Abschnitte durch lange Generalpausen (ca. 12 - 15 Sekunden) miteinander verbunden: Diese Stillstände, in denen nichts Neues geschieht, aber das gehörte noch nachklingt, sollen die Kerbung der Zeit vergessen lassen.

Auch Verfinsterung/Erstarrung (2001) ist im formalen Ablauf vom Gegensatz pulsierend/nicht-pulsierend bestimmt: Das Stück beginnt mit komplexen rhythmischen Überlagerungen, das rasche Tempo macht die Empfindung eines Pulses fast unmöglich. Durch konsequente Verlangsamung der Musik taucht der Puls immer deutlicher auf. Diese Entwicklung zeigte für mich drei Möglichkeiten der Fortführung: die Musik erstarrt (daher der Titel), die Musik wird zeitlich unscharf (mehrere Instrumente im überlagerten senza misura - Spiel) oder die Musik wird tatsächlich zur reinen Pulsation. Die ersten zwei Möglichkeiten habe ich in Verfinsterung/Erstarrung hintereinandergestellt, auf die Darstellung der dritten habe ich - vielleicht weil sie die offensichtlichste ist - verzichtet.